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Rundbrief Nr. 40

Liebe Freunde,

nach langer Zeit kommen in diesem Rundbrief wieder einmal Außenstehende zu Wort, die in unserer Einrichtung eine spannende und bewegende Zeit erlebten, die ihr Leben für immer verändert. So äußerte sich das Ehepaar Hans-Joachim (Hans) und Elvira (Elvi) Krause, das in den Ferien der Kinder drei Wochen lang Workshops zum Fußballspielen und Malen anbot. Ferner berichtet eine Reiseteilnehmerin aus der Reisegruppe vom Oktober 2017 über den Besuch im Kinderheim. Dieses Mal waren besonders viele Paten mitgereist. Sowohl die Kinder als auch die Paten waren auf diese Begegnung sehr gespannt, denn wenn man sich einmal gesehen hat und ein wenig kennt, fällt das Schreiben von Briefen leichter.

Einige der Jungs mit ihren neuen Trikots, beim ersten Besuch des Ehepaars Krause im Jahr 2016
Einige der Jungs mit ihren neuen Trikots, beim ersten Besuch des Ehepaars Krause im Jahr 2016

Hier nun der Bericht des Ehepaars Krause:

Im vergangenen Jahr – 2016 - hatten wir im Rahmen der vom Verein jährlich veranstalteten Rundreise auch das „Haus der Hoffnung“ gesehen und waren begeistert von der Offenheit und Freundlichkeit der Kinder, die aus schwierigen Verhältnissen kommend in dieser Einrichtung hervorragend versorgt werden. Im vergangenen Jahr hatte ich (Hans) für fast alle

fußballbegeisterten Kinder Shirts und einiges an Zubehör von Fortuna Düsseldorf mitgebracht. Die Kinder waren begeistert. Daraus erwuchs die Idee, den Kindern und Jugendlichen Training zu ermöglichen. Wieder klopfte ich bei meinem

Düsseldorfer Fußballverein und konnte dank seiner Großzügigkeit viele Sachen mitbringen.

Da in der Schule hier in Kathmandu kein Kunstunterricht erteilt wird, gab es auch die Gelegenheit, in Workshops einige kreative Experimente zu ermöglichen. Das Material sammelte ich im Laufe des Jahres. Nach Rücksprache mit Ellen Dietrich planten wir also eine abenteuerliche Reise.

Nach einem freundlichen Empfang durch die Kinder und Volunteers, wurden die Sportsachen ausgegeben. Es bildeten

sich schnell Trainingsgruppen, unter anderem auch zwei Mädchenteams, die mit großem Eifer trainierten. Das Dashain-Fest führte allerdings dazu, dass viele Kinder nach Hause fuhren. Das tat der Begeisterung keinen Abbruch, jeden Tag wurde in der Freizeit viel gespielt. Für die Fortführung des Trainings sorgen einige erfahrene Volunteers.

Die Malworkshops waren altersmäßig aufgeteilt. Mit dem Ruf „uncle, draw!“, fand morgens oft die Begrüßung statt. Bei den jüngeren Kindern war es eine Freude zu sehen, wie sie ihre Konzentration im Laufe der kurzen Zeit immer mehr steigerten. Mit großer Freude zeigten sie besonders beim Zeichnen viel Talent. Die älteren Kinder und auch die Volunteers hatten viel Freude im Umgang mit Pinsel und Farbe. Es war sehr gut, dass ich bei den Farben das Beste vom Besten gesponsert bekommen hatte, da die Verarbeitung problemlos war und die Farben eine hervorragende Leuchtkraft haben. Einige Volunteers hatten so viel Freude, dass sie die Workshops weiterführen werden. Daraus kann eine gute Tradition werden.

Ersatz Oma, Haus der Hoffnung, Rundbrief Nr. 40
Niruta, Elvi und Bigyan

Die Volunteers waren für uns bewundernswert in ihrem Engagement, ihrer Lebensfreude, die sie vermitteln konnten und in ihrer großen Empathie. Sie sind Beispiele dafür, dass wir einer Zukunft ohne Angst beruhigt entgegen sehen können. Das wichtigste Erlebnis war jedoch die Erfahrung, die Elvi mit den jüngeren Kindern machte. Die Volunteers nehmen in der „Generationenkette“ im Haus eher die Rolle der großen Schwester bzw. des großen Bruders ein, so dass eine mütterliche Bezugsperson in Form einer „Oma“ fehlte. Viele der Kinder, die oft aufgeregt waren, kamen zur Ruhe und Selbstfindung, nachdem sie sich bei Elvi eine „emotionale Auszeit“ genommen hatten.

Abschied, Dankeschön, Hans, Evi
Abschied von Hans und Evi

Elvis Bericht muss aus Platzgründen leider entfallen. Sie war besonders davon angetan, dass sie von Kindern wiedererkannt wurde, die sie im Vorjahr gesehen hatten. So kam z.B. die 6-jährige Jamuna auf sie zugesprungen und begrüßte sie so herzlich als ob sie alte Freude wären. Elvi schaffte es auch den gleichaltrigen, sehr nach Aufmerksamkeit und Zuwendung heischenden Saugat zu beruhigen, der immer losschrie, wenn er etwas nicht bekam. Dank ihrer intensiver Betreuung ist er jetzt ein viel ruhiger Junge geworden, der mit viel mehr Begeisterung überall mitmacht, auch wenn er nicht an erster Stelle steht.

Besonders bewegend war für die beiden der Abschied, den die Kinder mithilfe der Praktikanten ihnen bereitet hatten. Tief gerührt waren sie auch von die kleinen Abschiedsbriefen, die ihnen viele Kinder geschrieben hatten, denn damit hatten sie überhaupt nicht gerechnet. Sie fühlen sich nun dem „Haus der Hoffnung“ eng verbunden und wollen es weiter unterstützen.

Wie jedes Jahr war wieder einer der Höhepunkte der diesjährigen vom Verein angebotenen Gruppenreise der Besuch im Kinderheim. Über diese noch ganz frischen Eindrücke schreibt die Teilnehmerin Dr. Sonja-Maria Bauer stellvertretend für alle.

Eine Reise durch Nepal bietet an sich schon eine Fülle von eindrücklichen, überraschenden und spannenden Erfahrungen. Ein Höhepunkt unserer Gruppenreise während der letzten beiden Oktoberwochen war auf jeden Fall der Besuch im „Haus der Hoffnung“ in Kathmandu, ein Kinderheim, das von Ellen Dietrich in den letzten sechzehn Jahren aufgebaut wurde.

Während des nepalesischen Tihar-Festes bereiteten uns die mehr als 150 Kinder zwischen 4 und 24 Jahren und ihre Betreuer und Betreuerinnen einen festlichen und fröhlichen Empfang: Alle Gäste bekamen eine Blumenkette und einen Schal umgehängt. Einige Mitglieder unserer Reisegruppe waren zusätzlich gespannt auf die erste persönliche Begegnung mit „ihrem“ Patenkind, mit dem sie bisher nur brieflichen Kontakt hatten.

Die Kinder und Jugendlichen präsentierten uns an diesem Abend die verschiedensten Aufführungen wie traditionelle nepalesische Tänze und Gesang in farbenprächtigen nepalesischen Gewändern. Bei Akrobatik- und Breakdance-Vorführungen zeigten diese Kinder und Jugendlichen, dass sie dieselben Interessen haben wie ihre Altersgenossen weltweit. Ganz besonders beeindruckend war der Chor, den eine Praktikantin mit ein paar Kindern aufgebaut hatte, die internationale Lieder sangen. Vorbereitet wurden die Aufführungen gemeinsam mit den nepalesischen Tanz- und Gesangslehrern, die regelmäßig im Haus unterrichten, und den rund achtzehn deutschen Praktikantinnen und Praktikanten, die zwischen vier und zehn Monaten im Haus arbeiten und die Kinder vor allem beim Lernen unterstützen, sowie Sport-, Spiel und andere Freizeitangebote machen.

Zum Abschluss des Abends waren wir zu einem traditionellen nepalesischen Essen eingeladen. Es gab Dal Bhat: Reis, Linsen, Gemüsecurry, Tomatendip. Hier hatten wir noch einmal Gelegenheit, ausführlicher mit unseren Patenkindern zu sprechen.

Sie erzählten vor allem von ihrem Schulalltag, der jeden Morgen um fünf Uhr mit einer Sport- und einer Lernstunde im Kinderheim beginnt, bevor sich die Kinder in die Schule aufmachen, in der sie sechs Tage in der Woche acht Stunden, in der 10. Klasse sogar bis zwölf Stunden Unterricht haben. Der Schultag endet meistens um vier Uhr nachmittags, für die 10. Klasse erst um 18 Uhr. Zu Hause wird dann nochmals gelernt.

Wir verabschiedeten uns erst nach Einbruch der Dunkelheit, zutiefst beeindruckt von der Fröhlichkeit der Kinder und Jugendlichen, ihrer Begeisterung und ihrer Freude, mit der sie uns als ihre Gäste in ihrem Haus empfangen hatten

Auf unsere Praktikantinnen und Praktikanten sind wir sehr stolz, weil sie mit viel Freude und Elan zupacken und mit dem Einbringen ihrer Talente und Fähigkeiten das Leben unserer Kinder sehr bereichern. Wir haben wieder Platz für neue ab März/April 2018 bzw. August 2018. Ein Praktikum dauert nach dem Abitur bzw. einer Ausbildung in der Regel mindestens vier Monate. Sonderregelungen werden gern für Berufstätige und Rentner/Pensionäre getroffen.

Viele von Ihnen nahmen per Mail oder Telefonanruf großen Anteil an den Überschwemmungen, die der diesjährige Monsun verursacht hat. Glücklicherweise waren wir im Kathmandutal nicht davon betroffen. Aber im Terai, der im Süden liegenden fruchtbarsten Region des Landes, wurde der größte Teil der Ernte vernichtet, viele Häuser zerstört und manches Leben gefordert. Da es keine staatlichen Subventionen wie bei uns gibt, sind viele Bauern ruiniert. Als Folge werden die Lebensmittelpreise weiter steigen. Die jetzt schon große Armut nimmt zu. Aufgrund unserer großen Kinderschar von 155 Kindern und Jugendlichen, die uns finanziell sehr fordert, sehen wir uns nicht in der Lage, dort auch noch zu helfen. Wir suchen noch Paten für unsere 25 neuen Kinder. Patenschaften gibt es ab 30 Euro im Monat.

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Vereins im Jahr 2018 werden wir im Raum Schwäbisch Gmünd verschiedene Veranstaltungen durchführen. Sollten Sie in Ihrer Stadt oder Kommune auch etwas machen wollen, verständigen Sie uns bitte zur Terminabsprache, denn gern nehmen wir daran teil. Ab Januar werden Sie Genaueres dazu auf der Webseite finden. Ob eine neue Gruppenreise 2018 – wahrscheinlich schon an Ostern - stattfindet, ist noch nicht ganz sicher. Bei Interesse schicken Sie uns bitte eine Mail.

Für Ihre äußerst wertvolle Unterstützung danke ich Ihnen im Namen aller Kinder wieder sehr herzlich. Bitte halten Sie uns die Treue. Für unsere Arbeit mit unserer großen Kinderschar brauchen wir Sie weiterhin dringend.

Auf Anregung einiger Mitglieder und Spender wollen wir Ihnen künftig den Rundbrief per Mail schicken, sofern Sie dies wünschen. In diesem Fall schicken Sie uns bitte eine E-Mail mit Ihrer E-Mailadresse.

Sofern Sie zum ersten Mal spenden, schreiben Sie bitte Ihre Postadresse auf Ihre Überweisung oder schicken Sie uns eine E-Mail mit Ihrer Adresse. Sonst können wir Ihnen keine Spendenbescheinigung ausstellen.

Ihnen wünschen wir eine besinnliche Vorweihnachtszeit und frohe Festtage.


Eine Vielzahl an weiterer Rundbriefe der vergangenen Jahre finden sie auch in unserem Downloadbereich zum herunterladen als pdf.

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